Donnerstag, 22. Februar 2018: Konzert Esther Bejarano & Microphone Mafia im Stadthaus Ulm

18. September 2017

Dieses ungewöhnliche Musikprojekt besteht seit 2009 – „drei Generationen – drei Religionen – drei Kulturen“, so beschreiben sie sich selbst. Esther Bejarano, die Zeitzeugin, Microphone Mafia, eine Hip-Hop Band aus Köln. Gemeinsam setzen sie ein musikalisches Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung.
Esther Bejarano, die Tochter des letzten jüdischen Kantors in Ulm, wurde als junges Mädchen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und spielte im dortigen Mädchenorchester.

Ort: Stadthaus Ulm
Zeit: 19:00 Uhr
Eintritt: 10/14 Euro (Vvk: 11,90/15,90 Euro)
Kartenvorverkauf: www.ulmtickets.de

Stellungnahme des Ulmer/Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar

18. September 2017

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Stellungnahme des Ulmer/Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar

In den frühen Morgenstunden zweier aufeinander folgender Samstage traktierte ein bisher unbekannter Mann die Fassade der Synagoge auf dem Ulmer Weinhof insgesamt drei Mal. Der von weiteren Personen begleitete Täter ist ebenso unbekannt wie dessen Beweggrund.

Der Ulmer und Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar, der es sich seit der Proklamation des 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus 1996 durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an die Geschehnisse auch in Ulm wach zu halten, verurteilt diese Tat. Sie ist – egal, ob es sich um eine rechtsextrem motivierte, eine antisemitische, islamistische oder anders einzustufende Aktion handelt – ein Angriff gegen ein Gotteshaus, ein öffentliches Gebäude inmitten unserer Stadt, gegen eine Institution unserer Gesellschaft, die nicht akzeptiert werden darf. Wir dürfen die Augen vor derlei Aggressionen nicht verschließen!

Ulmer / Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar:
Deutsch-Israelische Gesellschaft, Ulm / Neu-Ulm
Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm
Stadt Neu-Ulm / Stadtarchiv
Stadt Neu-Ulm / Sachgebiet Kultur
Stadt Ulm / Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv
Stadt Ulm / Stadthaus
Stadt Ulm / Zentrale Dienste / Öffentlichkeitsarbeit
Ulmer Volkshochschule
Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – BdA Ulm

Schwur von Buchenwald

19. April 1945

Kameraden!

Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten

51.000 Gefangenen!

51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft,   verhungert, vergiftet – abgespritzt –
51.000 Väter, Brüder – Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer   gegen das faschistische Mordregime waren.
51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an!

Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen.

Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke:

Es kommt der Tag der Rache!

Heute sind wir frei!

Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen.

Wir gedenken an dieser Stelle des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt,

F. D. Roosevelt.

Ehre seinem Andenken!

Wir  Buchenwalder,

Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, – Slovaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven und Ungarn

kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung.

Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht –
Der Sieg muß unser sein!

Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.
Noch wehen Hitlerfahnen!
Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:

W I R   S C H W Ö R E N !